Ibrahim's Geschichte – Die Gründung von Fahrdienst Samariter
Mein Name ist Ibrahim Defiset und meine Geschichte ist die Grundlage dieses Unternehmens.
Ende 2003 kam ich im Rahmen des Familiennachzugs nach Deutschland. Im Jahr 2007 veränderte ein schwerer Unfall mein Leben von einem Tag auf den anderen. Durch einen Sturz erlitt ich eine hohe Querschnittlähmung.
Nach dem Unfall konnte ich ein Jahr lang keine Schule besuchen. Anschließend erhielt ich einen Platz in einem Internat in Neckargemünd, wo ich drei Jahre lang lebte, meinen Schulabschluss nachholte und den Grundstein für meinen weiteren Lebensweg legte. Trotz vieler Hürden und Herausforderungen schloss ich im Jahr 2014 erfolgreich meine Ausbildung zum Bürokaufmann ab.
Beruflich war ich zunächst zwei Jahre in der Verwaltung des Jobcenters Frankfurt sowie der Agentur für Arbeit tätig. Anschließend arbeitete ich für sechs Monate bei der Bundesanstalt für Migration und Flüchtlinge. Da mein Arbeitsvertrag dort nicht verlängert wurde, stellte ich mich erneut den Herausforderungen des Arbeitsmarktes und suchte nach neuen Wegen.
Ab 2017 fand ich meine berufliche Heimat im Bereich des Kranken- und Behindertenfahrdienstes. Bis 2025 konnte ich in verschiedenen Unternehmen umfangreiche Erfahrungen sammeln und übernahm dabei Verantwortung als Geschäftsführer. Diese Tätigkeit übe ich bis heute mit großer Leidenschaft aus.
Während all dieser Jahre war ich selbst täglich auf Fahrdienste angewiesen – für Therapien, Arzttermine, Krankenhausaufenthalte, Rehasport sowie private und Freizeitfahrten. Dabei habe ich sowohl positive als auch enttäuschende Erfahrungen gemacht. Oft fehlte genau das, was für mich selbstverständlich sein sollte: Respekt, Verständnis und ein würdevoller Umgang.
Aus diesen Erfahrungen entstand die Idee, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Als Betroffener weiß ich aus eigener Erfahrung, worauf es wirklich ankommt. Deshalb behandeln wir unsere Fahrgäste nicht einfach als Kunden, sondern zuerst als Menschen. Freundlichkeit, Zuverlässigkeit, Empathie und ein respektvoller Umgang stehen für uns an erster Stelle.
Ein besonderer Meilenstein war der Erwerb meines Führerscheins zur Fahrgastbeförderung. Nach einem einjährigen Verfahren mit mehreren medizinischen Gutachten erhielt ich die Genehmigung, trotz meiner hohen Querschnittlähmung Fahrgäste zu befördern. Nach meinem Kenntnisstand bin ich damit der erste Rollstuhlfahrer in Frankfurt am Main mit einer Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung.
Mit unserem Unternehmen möchten wir mehr als nur Fahrten anbieten. Unser Ziel ist es, Mobilität mit Menschlichkeit zu verbinden, Barrieren abzubauen und einen Beitrag zu echter Inklusion zu leisten. Denn Inklusion bedeutet für uns, dass jeder Mensch selbstverständlich dazugehört – mit Respekt, Wertschätzung und auf Augenhöhe.
Jeder ist bei uns herzlich willkommen. Wer unsere Dienstleistungen in Anspruch nimmt, soll nicht nur sicher ans Ziel gelangen, sondern sich während der gesamten Fahrt verstanden, respektiert und bestens aufgehoben fühlen.
Denn unsere Arbeit ist nicht nur ein Beruf – sie ist unsere Leidenschaft.
Ibrahim Defiset
Gründer & Inhaber